Berliner Allee Ini und Prima Klima Weißensee bei der Stadtteilwerkstatt

Berliner Allee Ini und Prima Klima Weißensee bei der Stadtteilwerkstatt

Am Samstag fand im Frei-Zeit-Haus in der Pistoriusstraße die erste Weißenseeer Stadtteilwerkstatt statt. Mehr als 50 Einzelpersonen und Menschen aus verschiedenen Weißenseeer Initiativen trafen sich hier, um über Chancen und Probleme unseres Lebens im Stadtteil zu reflektieren und sich zu vernetzen. In Form eines „Open Space“ redeten so ca. 10 Gesprächsrunden über unterschiedliche Themen. Wir stellten dabei auch die Problematik rund um die Berliner Allee und unsere Initiative für einen Aktionstag am 15. Juni vor (siehe Foto der Abschlussrunde).
So konnten wir weitere Mitstreiter*innen für unsere Initiative gewinnen, die wir hoffentlich schon beim nächsten Koordinationstreffen am Mittwoch um 19:30 Uhr im Familienzentrum in der Mahlerstraße begrüßen können!

Jeanette Münch vom Büro für Bürgerbeteiligung stellt die Ergebnisse der Gesprächsrunden vor.

Bericht von „Achtung Baustelle! Berliner ALLEe“ am 27.2. im Frei-Zeit-Haus

Bericht von „Achtung Baustelle! Berliner ALLEe“ am 27.2. im Frei-Zeit-Haus

Am 27. Februar hatten die Initiativen Aber hallo, Weißensee! und KiezGestalten, das Frei-Zeit-Haus und das Projekt Prima Klima in Weißensee zu einem Informations- und Vernetzungstreffen eingeladen. Ziel der Initiativen ist es gemeinsam mit engagierten Menschen aus der Nachbarschaft und allen an einer Verkehrswende Interessierten einen Aktionstag für eine menschenfreundliche Verkehrs- und Stadtplanungspolitik in Weißensee zu planen, der am 15. Juni 2019 auf der Berliner Allee stattfinden soll.

Anders als bei den regulären Vernetzungstreffen, bei denen es ums konkrete Ideen sammeln und Planen geht, stand an diesem Abend die Information im Vordergrund. Wir informierten über die aktuelle Situation auf der Berliner Allee, die geplanten Straßenbauvorhaben und ihre Konsequenzen sowie bisherige Bemühungen die Allee menschenfreundlicher, sicherer und ökologisch verträglicher zu machen.

Aktuell ist die Berliner Allee eine Tag und nach dröhnende und stinkende Kfz-Verkehrsader, die von Radfahrer*innen wie Fußgänger*innen sicherheitshalber gemieden wird und nur an wenigen Stellen sicher überquert werden kann. Unsere „Vision ist es, die Allee zu einer Lebensader für Weißensee zu machen“, betonte Christiane von Aber hallo, Weißensee! zur Einleitung.

Die Bürgerinitiative KiezGestalten ist schon seit fast zehn Jahren an diesem Thema dran, erfahren wir vom BI-Mitbegründer Jens Herrmann. Die BI hat sich bereits in den vergangenen Jahren engagiert, um gegen das Problem der massiven Lärmbelastung durch Kfz auf der Berliner Allee vorzugehen und ein Tempolimit auf 30km/h zu erreichen, das Verkehrslärm und die Schadstoffbelastung mindern und die Berliner Allee zudem sicherer machen würde.

Die sehr hohe Lärm- und Schadstoffbelastung sind allerdings nicht die einzigen Mängel der Berliner Allee. Auch im Bereich ÖPNV ist sie keineswegs menschenfreundlich gestaltet, z.B. erschweren umständliche Zu- und Umsteigewege, häufiger Tram-Stau, ungünstig platzierte Haltestellen, fehlenden oder unzureichende Fußgänger*innenüberwege und Mängel im Bereich der Barrierefreiheit die ÖPNV-Nutzung.

Besonders für Fahrradfahrer*innen ist es kaum möglich die Berliner Allee sicher zu befahren, denn Radwege fehlen komplett und durch die engen Fahrbahnen ist die Verkehrssituation auf der Allee für sie besonders unsicher.

Verschiedene Beschlüsse der Bezirksverordnetenversammlung wurden von der BI bereits erwirkt, doch die auf Pankower Bezirksebene beschlossenen Querungen und ein Tempo 30–Limit sind vom Senat und der ihm unterstellten Verkehrslenkung (VLB) abgelehnt oder einfach nicht umgesetzt worden. Nun sind vom Senat Mittel für eine grundhafte Instandsetzung der nördlichen Berliner Allee von 2018-2022 eingeplant.

Weitere interessante Hintergrundinformationen zum Problem der Lärmbelastung und den geplanten Straßenbauvorhaben, die sich noch zusätzlich negativ auf die Situation auf der Berliner Allee auswirken werden, erläuterte Gudrun Holtz, Verkehrsingenieurin, die im Arbeitskreis Mobilität des BUND sowie bei Kiez Gestaltenaktiv ist.
So erfahren wir, dass der Verkehrslärm sowohl durch das Motorengeräusch sowie durch das Rollgeräusch der Reifen entsteht und die Lautstärke von der Fahrgeschwindigkeit abhängig ist. Daher wäre ein Tempolimit eine wirksame Strategie, um gegen die gesundheitsschädliche Lärmbelastung vorzugehen und würde eine deutlich hörbare Verbesserung erzielen.
Zudem erläuterte Gudrun Holtz mehrere geplanten Straßenbau- und Bauvorhaben: eine Verbindungsstraße zwischen Karow und der B2 (Berliner Allee), die nach Senatsschätzungen ca. 6400 weitere Kfz auf die Berliner Allee südlich von Malchow leiten würde und die bis 2030 geplanten Ortsumfahrung Malchow, die nach Senats-Prognosen zu einem Anstieg des Verkehrs von derzeit rund 30.000 auf dann 44.000 Kfz am Weißen See führen wird.

Aber könnten nicht Neubauten den Verkehr durch schnellere und effizientere Systeme verringern? Genau das Gegenteil ist der Fall, zeigte Gudrun Holtz!
Denn das statistische Reisezeitbudget eines Menschen beträgt durchschnittlich ca. 1-1,5 Stunden täglich und ist eine der stabilsten Mobilitätskenngrößen und global und im zeitlichen Verlauf konstant. Das heißt für uns: werden Umwege verringert und schnellere Straßen gebaut, werden auch längere Strecken gefahren und die eingesparte Zeit wird nicht für Aktivitäten außerhalb des Verkehrs genutzt. Straßenbau verringert also Umwege und erzeugt dadurch Verkehr.

Bleibt die Frage, wie der Verkehr auf der Berliner Allee am Menschen- und Klimafreundlichsten gestaltet werden kann? Die bereits vorhandene Straßenbahn ist neben einem starken Fahrradnetz hierfür der wichtigste Baustein. Ihre weitere Attraktivierung der weitere Ausbau sind erste Wahl. Die Straßenbahn muss dabei auch auf anderen Linien ausgebaut werden. Aber wäre nicht eine U-Bahn viel besser? Manchmal ja, aber sie wäre auch 24mal so teuer und ihr Bau würde 8,5 mal so lange dauern, zeigt ein Vergleich bisheriger Bauprojekte in Berlin, erklärte Holtz. Diese Zeit und dieses Geld haben wir nicht.

Nachdem wir nun erfahren haben, welche Mängel und Probleme auf der Berliner Allee bestehen und was durch die Neubaupläne zusätzlich auf uns zu kommen könnte, wird es Zeit für die Verkehrswende aktiv zu werden!

Am Dienstag 5. März um 19:00 Uhr findet das nächste Vernetzungstreffen im Frei-Zeit-Haus statt. Wir freuen uns gemeinsam mit allen Interessierten unseren Aktionstag mit einem bunten Treiben aus Anwohner*innen, Freizeiteinrichtungen, Schüler*innen-Aktivitäten, anliegenden Geschäftsleuten, Fahrraddemos, Begrünungsaktionen, Straßenaktivitäten und vielem mehr zu planen.

All Interessierten sind eingeladen sich auf der Mailingsliste der Initiative einzutragen. (Sarah)

Hier die Powerpoints der Inputs vom 27.2.:

Initiative „Weißensee blüht!“ gestartet

Initiative „Weißensee blüht!“ gestartet

Am letzten Dienstag (19.2.) traf sich die Initiative „Weißensee blühlt!“ zum ersten mal in den Räumen des Familienzentrums in der Mahlerstraße. Rund zehn interessierte Weißenseer*innen berieten engagiert und voller Motivation darüber, wie wir Weißensee in der nächsten Vegetationsperiode zum blühen bringen können. Es wurden Ideen gesammelt und erste Verabredungen gemacht. Wir waren auch dabei.

Die Initiative sucht nun noch weitere Mitstreiter*innen und lädt alle zum nächsten Treffen am 19.3. um 19:00 Uhr ins Familienzentrum in die Mahlerstraße 4 ein.

Solarstrom auch als Mieter selbst produzieren

Solarstrom auch als Mieter selbst produzieren

Wir bekamen in den letzten Monaten wiederholt die Frage, ob es denn für Mieter*innen möglich sei, Solarstrom auf dem eigenen Balkon selbst zu erzeugen und ins Wohnungsstromnetz einzuspeisen. Nun möchten wir Euch auf einen aktuellen Artikel aus der taz hinweisen, der das Thema ausführlich behandelt. Zentrale Info: ja, es ist möglich ganz legal Strom auf dem eigenen Balkon zu erzeugen und in der eigenen Wohnung zu nutzen. Wenn das Solarmodul vor allem zum Eigenverbrauch genutzt wird muss auch die EEG-Einspeisevergütung nicht genutzt werden und damit auch kein Gewerbe zur Stromerzeugung angemeldet werden. Jedoch sollte eine spezielle Steckdose für das Modul installiert werden, die „Wieland-Dose“. Die Stromnetzbetreiber fordern zudem die Anmeldung der Anlage. Der Stromnetzbetreiber muss die Installation akzeptieren, wenn sie den technischen Normen entspricht. Ein gutes und günstiges Modul mit optimaler Sonnenausrichtung kann sich so schon nach vier bis fünf Betriebsjahren amortisieren. Weitere Informationen findet Ihr auch auf der Internetseite http://www.pvplug.de/.

Open Space: Grüne Woche? Von wegen!

Open Space: Grüne Woche? Von wegen!

Am Wochenende (12.- 13. Januar 2019) führte solar e.V. einen Open Space für Prima Klima in Weißensee durch, um zu diskutieren und auch kreative Ideen zu entwickeln, was getan werden kann, um unseren Protest gegen die Internationale Grüne Woche zu zeigen. Alljährlich findet die Internationale Grüne Woche in Berlin statt. Rund 400.000 Menschen besuchen die Ausstellung für Lebensmittel, Landwirtschaft und Gartenbauprodukte von Unternehmen aus der ganzen Welt.

Am Wochenende (12.- 13. Januar 2019) führte solar e.V. einen Open Space für Prima Klima in Weißensee durch, um zu diskutieren und auch kreative Ideen zu entwickeln, was getan werden kann, um unseren Protest gegen die Internationale Grüne Woche zu zeigen. Alljährlich findet die Internationale Grüne Woche in Berlin statt. Rund 400.000 Menschen besuchen die Ausstellung für Lebensmittel, Landwirtschaft und Gartenbauprodukte von Unternehmen aus der ganzen Welt.

Am Samstag haben wir mit kleinen Aktivitäten zum Kennenlernen begonnen. Es folgte eine Einführung zum Thema Ernährung, Landwirtschaft und ihre Auswirkungen auf den Klimawandel. Die Entwicklung des Open Space begann, mit einer Sammlung von Fragen und Themen, die für die IGW relevant sind, dann konnten alle Teilnehmer sich für ein Thema entscheiden und in einer Kleingruppe darüber austauschen. Einige der Themen waren z.B. „Greenwashing“, „Massentierhaltung“, „Deutsches Fleisch in alle Welt“. Auch der eingeladenen Aktiontrainer stellte sich vor, gab Anregungen für Aktionsformen und kreative Prozesse und bot seine Hilfe an. Nach dem Mittagessen bis zum Ende des Tages wurden von den Teilnehmern in mehreren Runden viele Handlungsideen zu den zuvor besprochenen Themen eingebracht. Dabei war der Wechsel zwischen den Arbeitsgruppen jederzeit möglich. Zudem gab es einen Raum mit Material und kleinem Buffett, um Pause zu machen, sich mit anderen dort zu vernetzen oder Kontakt mit dem Aktionstrainer aufzunehmen.

Am Sonntag stand die konkrete Aktionsplanung im Vordergrund und wir haben uns darauf konzentriert, Handlungsideen zu entwickeln und konkretisieren. Aus einer Vielzahl möglicher Handlungsvorschläge wurden dann in kleinen Gruppen etwa vier Ideen entwickelt. In allen Gruppen wurde – unter reger Konsultation des Aktionstrainers – ein Plan aufgestellt und es wurden einige organisatorische Aspekte diskutiert. Nach dem Mittagessen wurde jede Idee der gesamten Gruppe vorgestellt, mit dem Ziel, ein Feedback, Vorschläge und Empfehlungen zu geben. So endete der Open Space mit viele gemeinsamen Ideen, einem tieferem Wissen über einige wichtige Themen und mit der Begeisterung, einige Aktionsideen umzusetzen.

Besonders spannend empfanden viele Teilnehmende die Anwesenheit des Aktionstrainers Jörg, der eine Vielzahl von Erfahrungen aus kreativen politischen Aktionen, Demonstrationen und Direct-Aktion-Interventionen in ganz Deutschland einbrachte; er half der Gruppe, mehr über Aktionsplanung und –Entwicklung zu erfahren, zu motivieren und zu verstehen.

Unter dem Motto „Klimawandel ahoi!“ bereite eine Aktionsgruppe eine kreative Intervention der Firma „Gaier“ vor. Am 27. Februar war es dann so weit und die Aktivist*innen trafen sich ausstaffiert mit Kitteln, einem Bauchladen und lustig-informativen Flyern am S-Bahn-Hof der Messe, um in den Zügen der S-Bahn die neuesten Produkte von „Gaier“ in Zeiten des Klimawandels anzupreisen. Darf es eine Packung „Schweißegal-Zäpfchen“ sein, oder doch lieber die „Happy Hormons“, die „druch ihre speziell auf die Hormon- und Antibiotikakonzentration im Happy Meal Burger abgestimmte Wirkstoffkombination“ mittels „kleiner Helferlein in Sekundenschnelle die beim Genuss des Happy Meals aufgenommenen Hormone, Antikiotika und Pestizidrückstände“ absorbieren. Oder soll es doch besser die „Cool Down Cream“ sein, die verspricht nur noch die positiven Seiten der Rekordsommer genießen zu können. Das Hitzeempfinden bleibt dank „Cool Down Cream“ immer im angenehmen Bereich.

Kostenlose Ausleihe eines fLotte-Lastenrads nun auch in Weißensee

Paulin, das Lastenrad des Seminarhauses tagungswerk, hat seit diesem Mittwoch ein neues Zuhause!

 

Paulin wohnt nun im Wachstuchladen Kevkus in der Berliner Allee 200-204 und kann von dort ab Anfang Februar kostenlos an Nachbar*innen, Fahrradbegeisterte und an alle, die das Auto endlich mal stehen lassen wollen, verliehen werden.

Das haben wir gemeinsam mit dem fLotte Team, dem ehrenamtlichen Paten von Paulin und dem Inhaber von Kevkus am 30.01. mit einem Stück Kuchen im Wachstuchladen gefeiert.

Organisert wird der Verleih über das Verleihsystem fLotte, einer Initiative des ADFC Berlin, die seit März 2018 den kostenlosen Verleih von fast 40 Lastenrädern in verschiedenen Bezirken ermöglicht.

Mit Paulin können größere Einkäufe und Transporte jetzt auch in Weißensee problemlos ohne Auto erledigt werden. Denn das dreirädrige Bakfiets Troy verfügt über einen Elektroantrieb und eine Kiste, die mit rund 100kg beladen werden kann und Platz für vier Kleinkinder bietet. Bei schlechtem Wetter kann auch ein Regendach übergezogen werden.

Der Lastenrad-Verleih ist das Ergebnis eines Werkstatt-Tages des Projekts Prima Klima in Weißensee, an dem der Lastenrad-Verleih gemeinsam geplant worden ist.

Möglich ist die Ausleihe jeden Montag, Dienstag und Donnerstag zwischen 11:00 und 16:00 Uhr. Eine Reservierung muss zuvor über die Internetseite flotte-berlin.de erfolgen.

Weitere Infos:

Über fLotte

Paulin in der fLotte

Zum Standort

 

Bericht vom Werkstatt-Tag „Mobilität“

Bei unserem Werkstatt-Tag am 3. November diesen Jahres haben wir uns über Ideen ökologische Formen der Mobilität ausgetauscht. Interessant war die Anzahl der Alternativen, die es in Deutschland gibt, um Autos zu ersetzen.

Besondere Aufmerksamkeit fand dabei die Möglichkeit, das vor Kurzem erworbene Lastenfahrrad des tagungswerks zu verleihen. Mit dem Lastenrad ist es möglich auch größere Einkäufe zu erledigen, sehr schwere Gegenstände oder kleine Kinder ohne viel Aufwand zu transportieren und sich dabei ökologisch freundlich fortzubewegen. Beim Werkstatt-Tag wurden zunächst Ideen gesammelt und dann ein Plan entwickelt wie die Vermietung und Nutzung dieses Fahrrads umgesetzt werden kann. Dabei wurden die Vor- und Nachteile der verschiedenen Verleihmöglichkeiten und möglichen Standorte diskutiert sowie über die Öffentlichkeitsarbeit gesprochen, die die Gruppe nutzen kann, um unsere Idee bekannt zu machen.

Die Moderation des Workshops ermöglichte es, die meisten wichtigen Punkte bei der Entwicklung des Plans abzudecken. Es war auch interessant, die Erfahrung einer Person zu hören, die in dem Projekt fLotte mitwirkt, das den Verleih von Lastenrädern organisiert. Dies machte es möglich, Zweifel auszuräumen, besser zu verstehen, wie das Verleihsystem funktioniert, und in der Lage zu sein, den von uns entwickelten Plan konkret umzusetzen. 
Es war ein sehr fruchtbarer und erfolgreicher Tag, an dem wir einen Plan aufstellen konnten, um die Nutzung umweltfreundliche Verkehrsmittel zu in der Nachbarschaft zu erleichtern.

Daniela O.

Mit Messer und Gabel das Klima retten

Mit Messer und Gabel das Klima retten

Mittwoch 20.02. und 13.03.2019

von 8:30 bis 13:30 Uhr

in der Brillat-Savarin-Schule, Buschallee 23A, 13088 Berlin

An zwei Projekttagen beschäftigen wir uns mit den Themenbereichen ökologische und Solidarische Landwirtschaft, Partnerschaftlicher Welthandel, Lebensmittelverschwendung, pflanzliche Ernährung und alternative Produktionsweisen.

Unsere Ernährung ist wichtig für den Klimaschutz

Die Art und Weise wie wir uns ernähren, welche Lebensmittel wir einkaufen, wie wir sie verwenden und woher sie kommen ist nicht nur ein individuelles Thema. Unsere Ernährung trägt zudem mit 30-50% an den gesamten Treibhausgasemissionen einen wesentlichen Teil zur Klimaerwärmung bei. Es spielt also eine große Rolle, wie wir uns ernähren. Die Größe des C02-Fußabdrucks auf unseren Tellern hängt z.B. davon ab, ob wir regelmäßig Fleisch essen, uns vegetarisch oder vegan ernähren, ökologisch oder konventionell angebaut werden, von transnationalen Konzernen oder kleinen lokalen Unternehmen angebaut und produziert werden und wie sie verpackt und gelagert werden. Es sollte genug für alle da sein, doch aktuell landet etwa 1/3 der globalen Nahrungsmittelproduktion auf dem Weg vom Anbau bis zum Teller im Müll.

Und nicht nur das Klima leidet unter den Produktionsbedingungen unserer Nahrungsmittel. Durch die Strukturen der globalen Agrarindustrie und die Macht transnationaler Konzerne sind besonders Menschen im globalen Süden gezwungen unter prekären Bedingungen für einen Hungerlohn zu arbeiten. Das geht auch anders!

Wir haben Produzent*innen, Handel und Initiativen eingeladen, die zeigen, wie wir klimafreundlicher, gerechter und dabei auch gesund und lecker essen können ohne unsere Mitmenschen, unsere Umwelt und Tiere auszubeuten.

Die sechzehn Workshops stehen den angehenden Gastronom*innen der Brillat-Savarin-Schule und interessierten Nachbar*innen offen. Sie vermitteln verschiedene Perspektiven und Ansätze und werden vom anschließenden Markt der Möglichkeiten ergänzt, wo es Zeit und Raum für Information und Austausch und zum Kennenlernen einzelner Produkte gibt.

Mittwoch 20.2.2019


Workshops I 8:30–9:30h
Lebenmittel verwenden statt verschwenden – retten & teilen Partnerschaftlich und klimagerecht handeln Lebensmittel verwenden statt verschwenden – Gerettetes zubereiten Der Öko-Fußabdruck unserer Ernährung
mit… Foodsharing Ethiquable Restlos glücklich Weltacker

Workshops II
10:20–11:20h
Lebensmittel verwenden statt verschwenden – Gerettetes zubereiten Biovegane und solidarische Landwirtschaft verschoben auf 13.3.!
Der Öko-Fußabdruck unserer Ernährung Regionale Manufaktur-produktion statt Konzernnahrung
mit… Restlos glücklich Plantage farm Weltacker Saucenfritz

Markt der Möglichkeiten
11:20–13:30h

Informieren, ausprobieren und kaufen
Mit den Produzent*innen, Händler*innen und Initiativen aus den Workshops sowie Plantage farm & slow food youth

 

Mittwoch 13.3.2019

ACHTUNG: Wir bitten (Schul-) externe Gäste 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn bei unserer Anmeldung am Schuleingang zu sein und sich dort anzumelden!


Workshops I 8:30–9:30h
Biovegane und solidarische Landwirtschaft   Lebensmittel verwenden statt verschwenden – Gerettetes zubereiten

Gastro mit Gerettetem

mit… Plantage farm   Restlos glücklich Real Junkfood Project

Workshops II
10:20–11:20h
Solidarisch, kollektiv und abseits des Mainstreams Biovegane und solidarische Landwirtschaft Kleinbäuerlicher Widerstand und solidarische Konsumentis

Cäse – Käse ohne Milch

Tofu regional, kollektiv und in Handarbeit
mit… Schnittstelle Plantage farm La Via Campesina/AbL Beba Baxter Soy Rebels

Markt der Möglichkeiten
11:20–13:30h

Informieren, ausprobieren und kaufen
Mit den Produzent*innen, Händler*innen und Initiativen aus den Workshops sowie slow food youth

 

Details zu den Inhalten der Workshop findet Ihr in der Workshop-Beschreibung (klick hier).

 

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

 

Das Projekt ist eine Kooperation des OSZ Gastgewerbe (Brillat-Savarin-Schule) mit der Initiative Prima Klima in Weißensee und dem Frei-Zeit-Haus Weißensee.

Bericht vom Workshop „Verkehrswende, Nulltarif, Fahrradstraßen – Aktionen für eine Zukunft ohne Autos“

Bericht vom Workshop „Verkehrswende, Nulltarif, Fahrradstraßen – Aktionen für eine Zukunft ohne Autos“

Im Mittelpunkt dieses dreistündigen Abendworkshops am 29. Oktober 2018 standen verschiedene, kreative Aktionsformen, mit denen wir uns für eine Verkehrswende hin zu mehr umweltfreundlicher Mobilität, einsetzen können. Es war ein bewegter und motivierender Abend mit Input, Videoclips und viel Raum für Diskussion und Austausch.

Der Ansatz unseres Referenten, des Verkehrswende-Aktivisten Jörg Bergstedt, ist es dabei Umweltschutz mit sozialer Gerechtigkeit zu verbinden. Zudem setzt er nicht auf Kompromisse und kleinschrittige Ziele, sondern auf radikale Forderung – kein Tempolimit, sondern lieber gleich eine autofreie Stadt – nur so könne eine echte Veränderung bewirkt werden!

Wir erfahren von aktuellen Ansäzen einen kostenlosen ÖPNV in verschiedenen Orten, u.a. auch der Stadt Tallin, umzusetzen und warum dieses Modell keineswegs abwegig und absurd ist, sondern nicht nur zu mehr sozialer Gerechtigkeit und Klimaschutz beiträgt, sondern sich, wenn die realen Kosten des Straßenverkehrs einbezogen werden, sogar wirtschaftlich auszahlen kann.

Doch bis diese Erkenntnis bei den politischen Entscheidungsträgern angekommen ist, bleibt nur kreativer Protest – beispielsweise durch „Aktionsschwarzfahren“: wer das Strafrecht gut kennt, kann kreativ damit umgehen und Lücken nuzen um Aufmerksamkeit zu generieren.

Mit einem Hinweisschild und Flyern darauf aufmerksam zu machen, ohne Ticket unterwegs zu sein, ist nicht nur ein deutliches Statement, sondern schützt auch vor einer Gefängnisstrafe. Denn noch immer werden in Deutschland jedes Jahr viele tausend Menschen für das Fahren ohne Ticket inhaftiert – eine vollkommen unangemessene Strafe, die zudem noch viele gesellschaftliche Folgekosten mit sich bringt. Für wen das dennoch zu riskant und konfliktgeladen ist, bleibt noch die Möglichkeit das eigene Ticket zu teilen, ein noch gültiges Ticket nach Ende der Fahrt weiterzuverschneken und sich mit schwarzfahrenden Menschen solidarisch zu erklären.

Zudem lernen wir eine Aktionsform kennen, die in besonderer Form die Aufmerksamkeit auf ein Thema lenken kann: die Kommunikationsguerilla. So wurde Anfang des Jahres in Gießen flächendeckend ein Flyer verteilt, in dem u.a. im Namen der Oberbürgermeisterin dazu eingeladen wurde, den ÖPNV in Gießen für 9 Tage kostenlos zu testen. Die Aktion erregte nicht nur Aufsehen, sondern setzte auch eine, sogar überregional geführte Debatte über den Nulltarif in Gang.

Interessant sind auch die unterschiedlichen Möglichkeiten für Fußgänger*innen und Radhahrer*innen die Straßen wenigstens für begrenzte Zeit zurückzuerobern, z.B. mit Fahrraddemos oder einem Gehzeug, einem Holzrahmen in Größe eines Autos, mit dem sich Fußgänger*innen gleichberechtigt zu Autofahrer*innen über die Straßen bewegen und so den Verkehr ordentlich durcheinander bringen können.

Der Abend hat uns gezeigt, die Möglichkeiten sich für eine Verkehrswende einzusetzen sind vielfältig und beschränken sich nicht nur auf das eigene Mobilitätsverhalten.