Kritik am NGO-Engagement für das Umwelt€uro-Programm

Nachdem wir bereits in den Jahren 19/20 am Umwelt€uro-Programm der Gasag teilgenommen haben, dachten wir, es könnte für unsere Projekte auch in diesem Jahr hilfreich sein, das Programm in Anspruch zu nehmen. Daher registrierten wir unser Projekt erneut auf der Website. Doch anstatt einer Fortführung unserer Eintragung im Programm bekamen wir eine lange Auflistung von Fragen, in denen wir unser Anliegen rechtfertigen und bis ins kleinste Detail darlegen sollten. Dies hat uns dazu veranlasst uns das Programm und seine Entscheidungs- und Verwaltungsstrukturen nochmal genau unter die Lupe zu nehmen und die Koordinierende NGO Berlin21, die einen Entscheidungsbeirat aus unterschiedlichen hauptamtlichen NGO-Mitarbeitenden koordiniert, für ihr Engagement zu kritisieren. Hier unsere Antwort, warum wir den Umwelt€uro nicht mehr nutzen wollen:

 

Hallo Sebastian, lieber Beirat!

Deine/Eure Antwort hat mich derart geärgert, dass ich die Zeit Dir darauf zu antworten nicht etwa in die Beantwortung der Fragen stecken will, sondern Dir eine Kritik an Eurer fragwürdigen Arbeit schreiben möchte:

1. Zunächst zur Gasag:

Wie ihr wisst ist die Gasag größter Gaslieferant und Netzbetreiber in Berlin und hat einen Jahresumsatz von weit über 1 Mrd.€ jährlich. Ganze 50.000€ fließen in den UmweltEuro. Die Verhältnisse sind klar… Almosen und Greenwashing.

Die Gasag gehört GDF, Eon und Vattenfall. Keiner dieser Konzerne ist bisher durch Nachhaltigkeit oder ambitionierte Umweltprogramme aufgefallen.

Wenn ich mir den Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens anschaue, dann fällt mir vor allem eines auf: Das Gas und seine Herkunft, die soziale und ökologische Verantwortung bezüglich der Gasförderung, des Transports und des Verkaufs sind kein Thema. Dabei sind das aus meiner Sicht die wichtigsten Faktoren… seht Ihr das nicht so? Es ist zwar rühmlich, dass die Gasag hier immer wieder Kleinprojekte für mehr Nachhaltigkeit in der Region anstößt, aber was ist in Russland und anderen Herkunftsregionen ihres Gas. Und auch der Strom stammt zu großen Teilen aus bestehenden Greenwashing-Einkäufen. Wassertrom aus Norwegen… das hat nix mit Energiewende zu tun. Das ist nur eine kreative Vermarkungsstrategie.

Zusammenfassend: Ihr arbeitet für ein höchst fragwürdiges Unternehmen, dessen Nachhaltigkeitsstrategie vor allem auf Greenwashing abzielt. Und dies ist genau Eure Aufgabe darin für die Ihr wahrscheinlich auch bezahlt werdet.

2. Wie füllt Ihr Eure Rolle aus:

Ihr habt einen feinen NGO-Beirat gebildet. Eine undemokratische Clique von (wohl meist hauptamtlichen) „Profiteur*innen“ sitzt hier zusammen und entscheidet über ehrenamtliche Aktivist*innen. Höchst fragwürdige Legitimation… aber im Sinne der Gasag.

Ihr belastet die kleinen NGOs über alle Maßen mit Eurem Kontrollgehabe. Ihr wisst genau, dass viele Inis das Geld sinnvoll nutzen können und werden und das sie ihre Energie nicht in Eure Nachfragen stecken wollen sondern lieber in ihre Projekte.

Besonders dreist sind die Fragen nach den Aktivitäten in den Jahren 20/21 – das war das Corona-Jahr und die meisten konnten einfach fast garnix machen… ist doch klar, oder? Woher sollen wir eigentlich wissen, wofür wir „konkret“ das Geld nutzen wollen, wenn wir noch gar nicht wissen wie wenig es eigentlich sein wird.

Dann wollt Ihr auch noch, das wir das Ganze mit schönen Bildern für Euch besser darstellbar machen, damit die Gasag bessere Werbebilder bekommt. Aber hallo, dann sollen sie doch Fotograf*innen vorbeischicken, wenn sie schöne Bilder wollen. Die haben doch die dicken Werbeetats und wollen ihren Putin-Gas-Verkauf schönfärben.

Das Konzept des UmweltEuros ist generell sehr stark auf Werbung für die Gasag ausgelegt, da nur Kleinstbeträge von möglichst vielen Leute auf aufwendige Weise gespendet werden sollen. Die Inis übernehmen dabei den Part der weitgehend kostenfreien Werbung für die Gasag. Das Geld der Gasag ist hier übergut investiert, da der Werbenutzen sicher die 50.000€ übersteigt, die hier eingesetzt werden.

Um Klimaschutz aktiv voranzutreiben unter diesen gesellschaftlichen Bedingungen müsste es aus unserer Sicht eine klare Positionierung auf Seiten der Aktivist@s geben – durch Euch! Was Ihr da gerade macht ist genau das Gegenteil. Ihr agiert auf Seiten und im Dienste der Klimakiller! Bitte überdenkt Eure Position und versucht eine solidarische Position gegenüber Aktivist*innen aufzubauen. Und bitte: Leite dieses Statement auch gern an den Rest des Klüngels weiter.

Wir verzichten natürlich auf den UmweltEuro in Zukunft.

Und natürlich werden wir dieses Statement auch auf unsere Internetpräsenzen veröffentlichen.

Schöne Grüße aus dem Bildungskollektiv des solar e.V.

Prima Klima bei der „Aktion Berliner ALLEe“

Prima Klima bei der „Aktion Berliner ALLEe“

Wenn wir über klimafreundliche Mobilität in Weißensee sprechen, ist das Thema Verkehr und dabei insbesondere die Hauptverkehrsstraße „Berliner Allee“ kaum zu umgehen. Denn diese zentrale Weißenseer Straße, die früher einmal als „Lebensader“ des Stadtteils bekannt war, ist alles andere als ein Beispiel für eine klimafreundliche Verkehrspolitik.

Rund 30.000 KFZ rollen täglich durch die Straße, die von der Verkehrsbehörde als „transkontinentale Verbindungsstraße“ eingestuft ist, ohne dafür geeignet zu sein. Diese Zahl könnte sogar auf 44.000 ansteigen, wenn es nicht gelingt die Straßenbauvorhaben im Berliner Norden wie Umgehungsstraße Malchow und eine neue Verbindung Karow-B2 zu verhindern! 

Es fehlen Radwege auf der Berliner Allee sowie angrenzenden Straßen. Tram-Haltestellen sind an vielen Stellen sehr umständlich zu erreichen und über lange Strecken der Allee fehlen sichere Querungsmöglichkeiten.

Mit Straßen wie der Berliner Allee lässt sich der CO2 Ausstoß in Deutschland nicht um die 60-80% reduzieren, die notwendig wären um das Klima zu stabilisieren. Denn immerhin ein Fünftel der CO2-Emmissionen in Deutschland entfallen auf den Verkehr, davon stammen 84% direkt aus den Auspuffen von Autos, Lastwagen und Motorrädern. Allein auf den zwei Kilometern der Berliner Allee in Weißensee, die am stärksten befahren sind, emittieren PKW und LKW täglich etwa 7 Tonnen Treibhausgas. Eine Verlagerung dieses Verkehrs auf die Schiene und auf‘s Fahrrad würde erhebliche CO2-Einsparungen bewirken.

Doch nicht nur für den Klimaschutz ist die Berliner Allee problematisch. Sie stellt auch ein erhebliches Sicherheitsrisiko für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen dar und der hohe Schadstoffausstoß und Verkehrslärm belasten die Gesundheit der Anwohner*innen.

Für die nächsten Jahre steht die Grundsanierung der Berliner Allee an, doch nur wenn wir unsere Forderungen deutlich an die Politik herantragen, besteht eine Chance, dass sich etwas verändert.

Grund genug aktiv zu werden!

Gemeinsam mit den Intiativen „Aber hallo, Weißensee“ und „KiezGestalten“, dem Frei-Zeit-Haus und engagierten Einzelpersonen riefen wir im Februar 2019 das Bündnis Aktion Berliner Allee ins Leben. Unser erstes Etappenziel: Mit einem großen Aktionstag direkt auf der Berliner Allee auf die katastrophale Situation und die geplanten Straßenbauprojekte aufmerksam machen, um Anwohner*innen für die Verkehrswende zu mobilisieren und unsere Forderungen nach Verbesserungen bei Politik und Verwaltung Nachdruck verschaffen.

In regelmäßigen offenen Orga-Treffen haben wir diskutiert, geplant, uns anhand von fachlichem Inputs und in Workshops über die aktuelle Situation und die zahlreichen Möglichkeiten für eine Verkehrswende in Weißensee informiert und so unsere Kernforderungen für die Verkehrswende Nord-Ost formuliert. Besonders wichtig war uns ein offener Prozess, in dem alle Interessierten jederzeit willkommen waren sich mit ihre Idee und Vorschlägen oder tatkräftiger Unterstützung einzubringen. Ein besonderes Anliegen war uns auch die Wünsche und Bedürfnisse von Kindern mit einzubringen, was wir im Rahmen unseres Malwettbewerbs aber auch vieler Angebote für Kinder und Jugendliche beim Aktionstag realisiert haben. Es gelang ein breites Büdniss von lokalen Akteuren zusammen zu bringen vom ADFC bis zum Strandbad am Weißensee über den Jugendclub Mahler 20 bis hin zum Dokan Sportclub.

Als Prima Klima in Weißensee brachte wir die uns zur Verfügung stehenden Projektmittel, die Infrastruktur und die personellen Kapazitäten in den Vorbereitungsprozess ein. So konnten wir die Werbung und die vorherigen Durchführung von Informations- und Diskussionsveranstaltungen ebenso unterstützen, wie notwendiges Equipment für den Aktionstag helfen bereit zu stellen. Ebenso wichtig war es jedoch auch das Know-how und die Arbeitszeit unseres Projektteams mit voller Energie in den Planungsprozess einzubringen.

In den letzten zwei Wochen nahm auch das Interesse der Medien an unserer Aktion stark zu und es gab mehrere Artikel in Berliner Zeitungen sowie auf Internet-Portalen und auch einen Fernsehbeitrag beim rbb-Magazin „zibb“.

Am 15. Juni war es endlich so weit. Nach monatelanger Vorbereitung fand der Aktionstag auf der Berliner Allee statt. Mehr als acht Stunden stand der motorisierte Verkehr zwischen Antonplatz und Indira-Gandhi-Straße still und wir informierten, diskutierten, spielten und probierten aus.

So konnten die Anwohner*innen die Berliner Allee fast einen Tag über ohne Verkehrslärm erleben, stattdessen war die Allee an diesem Tag ein Ort zum Aufhalten und entlang Schlendern.
Statt Straßenlärm gab es an diesem Tag Musik und Poetry Slam zu hören sowie Redebeiträge rund um Klimaschutz, Verkehrswende und die
Verkehrssituation im Berliner Nordosten.
Fahrräder und E-Rollis konnten ungehindert die Straße entlangfahren, an zahlreichen Ständen (u.a. vom
ADFC, den Weißenseer Heimatfreunden und der Initiative zum Erhalt des Malchower Luchs) konnten alle Interessierten sich informieren, diskutieren, ein kühles Getränk oder einen selbst erstrampelten Smoothie vom Smoothie-Bike genießen, sich mit geretteten „foodsharing“-Lebensmitteln versorgen, ein Lastenrad des Verleihnetzwerkes fLotte Probefahren oder beim Baumscheiben bepflanzen mitmachen.
Unterdessen konnten sich die kleinsten Gäste an den vielfältigen Kinderangeboten erfreuen. Vom Riesen-Jenga und Riesen-Mikado, über den Bastelwettbewerb und Kreide-Malen bis hin zum Tretfahrrad zur Seifenblasenproduktion gab es zahlreiche Möglichkeiten, sich die Straße zu erobern.
In fünf Gesprächskreisen
kamen über 100 interessierte Anwohner*innen, Expert*innen und Politiker*innen zusammen, um über die Themen „fahrradfreundliches Weißensee“, „Weißensee blüht auf“ oder „Tempo 30 und KFZ-Reduzierung für mehr Sicherheit und Lebensqualität“, „Kinder- und Elternfreundliche Allee“, „ÖPNV“ und „wie wir Bürger*innen-Interessen in die Planung einbringen können“ zu diskutieren. Dabei hat es uns besonders gefreut, dass Vertreter*innen aller Regierungsparteien aus Abgeordnetenhaus und Bezirk und Fachleute aus der Verwaltung ihre Positionen einbrachten und sie zur Diskussion stellten. Mit steigenden Temperaturen auf dem Asphalt entwickelten sich mitunter auch hitzige Gespräche.
Unsere im Vorfeld des Aktionstages publizierten fünf
Bausteine für die Verkehrswende Nord-Ost trafen so auf die Konzepte und Ideen der geladenen Fachleute und Politiker*innen und die Meinungen der Anwohner*innen.
Unsere Forderung nach einer Reduzierung des KFZ-Verkehrs und einer Herabstufung der Klassifizierung der Straße, nach einem Neubau mit nur einer KFZ-Spur je Richtung, einem durchgehendem eigenem Gleisbett für die Straßenbahn sowie dem durchgängigen Bau von (meist) geschützten Radwegen trafen auf großes Interesse und vielfache Zustimmung, aber wurden auch gerade von den Politiker*innen kontrovers diskutiert. Auch um die Frage der Kinderfreundlichkeit gab es kontroverse Diskussionen.
Wir werden dran bleiben und jetzt nach dem Aktionstag unsere Forderungen weiter gegenüber der Politik vertreten.
Gleich nach den Sommerferien wollen wir an einem Projekttag die Ergebnisse unserer Bemühungen evaluieren, uns austauschen und Perspektiven für das weitere Vorgehen erarbeiten.

Vielen Dank an alle Mitstreitenden unserer Initiative! Der Tag war wichtig, um die Verkehrswende auch in unserem Stadtteil ein Stück voran zu bringen und sich für einen lebenswerten Stadtteil, der nicht im KFZ-Verkehr erstickt, einzusetzen.

Preisverleihung „Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule“

Preisverleihung „Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule“

Heute fand im Abgeordnetenhaus Berlin die Preisverleihung für die Umweltschulen in Europa statt. Unsere Kooperationsschule Brillat-Savaran Schule hat die Auszeichnung auch in diesem Jahr wieder bekommen und uns als guten Kooperationspartner empfohlen. Die Preis Jury wählte solar e.V./Prima Klima in Weißensee schließlich aus und vergab uns heute den mit 500€ dotierten „Ehrenpreis des jfsb – 2019“ insbesondere für die Verbindung von sozialen und ökologischen Dimensionen in bei unseren in der Schule gemeinsam durchgeführten Projekttagen „Mit Messer und Gabel das Klima retten“.

Die Auszeichnungsveranstaltung im Abgeordnetenhaus.

Uns freut die Vergabe des Preises an unser Projekt und unseren Verein sehr, wenngleich wir uns von den Mit-Förderern GASAG und BSR ein deutlich ambitionierteres praktisches Engagement für den Klimaschutz wünschen würden. Die Bildungsarbeit und die Förderung der Jugend sind zweifelsohne wichtig, doch die Kinder und Jugendlichen von Fridays for future stellen gerade deutlich weitgehendere Forderungen an Wirtschaft und Politik!

Prima Klima Weißensee beim Umweltfestival

Prima Klima Weißensee beim Umweltfestival

Ihr könnt uns in diesem Jahr am 2. Juni auch beim Umweltfestival am Brandenburger Tor finden.

Wir haben den Stand Nummer 27, kurz vor dem sowjetischen Ehrenmal auf der Straße des 17. Juni.

Dort bieten wir Euch gemeinsam mit anderen lokalen Berliner Klimaschutzinis viele Informationen und unser Quiz für Kinder und Erwachsene. Zudem gibt’s aktuelle Infos zum Aktionstag Berliner Allee am 15. Juni.

Bis dann!

… und nicht vergessen: Die Fahrrad-Sternfahrt führt zum Umweltfestival.

25. Mai: Ideen für ein lebenswertes Weißensee – workshops&more

25. Mai: Ideen für ein lebenswertes Weißensee – workshops&more

Für einen lebenswerten Stadtteil

Samstag 25. Mai 2019 * 11:00 – 17:00 Uhr

@Strandbad Weißensee & Freilichtbühne Weißensee

 

#Informationen, gestalten, basteln und malen für die Verkehrswende im Strandbad

Mit Groß und Klein bereiten wir ab 11:00 Uhr Material für den Aktionstag am 15. Juni 2019 vor und informieren über unsere Ziele, Aktivitäten und den Aktionstag.

#Workshops für die Verkehrswende in Weißensee in der Freilichtbühne

11:00 Uhr: Maßnahmen für den ÖPNV-Ausbau im Berliner Nordosten

Um den KFZ-Verkehr in Weißensee und im gesamten Berliner Nordosten zu reduzieren und den für den Klimaschutz dringend notwendige Verkehrswende einzuleiten ist der Ausbau des ÖPNV von großer Bedeutung. Was muss dazu konkret getan werden und was welche Bedürfnisse verbinden wir damit? Wir schauen uns mit Experten des Fahrgastverbandes IGEB und der IG Nahverkehr die notwendigen Maßnahmen an.

13:00 Uhr: Fahrradfreundliches Weißensee

Der Radverkehr in Berlin ist in den letzten Jahren in vielen Teilen Berlin stark gewachsen. Doch für eine erfolgreiche Verkehrswende stehen wir erst am Anfang des Ausbaus des Radverkehrs. Andere europäische Städte und auch deutsche Städte zeigen dass es noch riesige ungenutzte Potentiale in Berlin gibt. An unserem Stadtteil Weißensee sind jedoch positive Entwicklungen für den Radverkehr in den vergangen Jahren fast spurlos vorbei gegangen. Es gibt kaum brauchbare Fahrradwege und die Berliner Allee ist ein lebensgefährlicher und äußerst unangenehmer Ort für Radfahrende. Mit Expert*innen vom ADFC Pankow und Almuth Tharan (Grüne BVV Pankow) wollen wir beraten, welche Verbesserungsmaßnahmen für den Radverkehr in Weißensee dringend notwendig sind.

13:00 Uhr: Bessere Luft, weniger Lärm – Maßnahmen zur Reduzierung des KFZ-Verkehrs auf der Berliner Allee

Die Berliner Allee ist seit vielen Jahren stark belastet belastet durch den KFZ-Verkehr. Anwohnende sind dadurch enormen Belastungen durch Lärm und Schadstoffe ausgesetzt. Der Stadtteil wird von der stark befahrenen Straße zudem in zwei Hälften geteilt und die Überquerung stellt für viele Menschen eine alltägliche Gefahr dar. Doch wie kann der KFZ Verkehr an der Berliner Allee und in Weißensee konkret eingeschränkt werden? Welche Maßnahmen haben sich bewährt und müssten in Weißensee zur Anwendung kommen, um unseren Stadtteil wieder menschenfreundlicher zu machen? Gudrun Holz (BUND/KiezGestalten W’see) und Klaus Mindrup (MdB SPD) werden Ihre Ideen zur Diskussion stellen.

15:00 Uhr: Kreativ aktiv gegen Klimawandel und für die Verkehrswende

Der Klimawandel stellt eine der größten Gefahren unserer Zeit dar – das ist inzwischen weitgehender gesellschaftlicher Konsens. Deutschland hat überproportional zur Erderwärmung beigetragen und tut es weiterhin. Nun muss auf allen gesellschaftlichen Ebenen schnellstmöglich gehandelt werden. Aber ohne eine klimafreundliche Verkehrswende sind die notwendigen Ziele nicht erreichbar. Doch unsere Politik und Gesellschaft sind weit davon entfernt, mit der notwendigen Entschlossenheit für den Klimaschutz zu handeln. Ohne Druck „von unten“, von der Straße scheint ein erreichen der Klimaschutzziele illusorisch. Wir wollen gemeinsam mit Verkehrs- und Klimaschutz-Aktivist*innen von autofrei Berlin und Extinction Rebellion (angefragt) über Ihre Aktionsformen und deren Erfolge und mögliche Vernetzungen sprechen.

15:00 Uhr: Flächengerechtigkeit: Mehr Platz zum Leben & mehr globale Gerechtigkeit

Unsere Städte werden von Autos dominiert. In Berlin gibt es über 1,2 Millionen Autos und die Zahl der Pkw wächst weiter, obwohl sie in Berlin durchschnittlich 154 Stunden pro Jahr im Stau und dichten Verkehr stehen, so lange wie in keiner anderen deutschen Stadt. Der Berliner Verein PowerShift haben in ihrer Studie „Weniger Autos, mehr globale Gerechtigkeit“ auch einen entwicklungspolitischen Blick auf den deutschen Auto-Wahnsinn geworfen und weisen auch auf die Ungerechtigkeiten bei der Rohstoffbeschaffung für die Automobilindustrie hin. Denn Rohstoffe wie Stahl, Aluminium, Kupfer, Lithium, Kobalt oder seltene Erden werden oft unter katastrophalen ökologischen und menschenrechtlichen Bedingungen gewonnen. Sie sagen: Das Austauschen des Verbrennungsmotors durch einen Elektromotor ist noch keine Lösung – wir brauchen eine wirkliche Verkehrswende für den Klimaschutz und ein besseres Leben in den Städten.

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Berliner Allee Ini und Prima Klima Weißensee bei der Stadtteilwerkstatt

Berliner Allee Ini und Prima Klima Weißensee bei der Stadtteilwerkstatt

Am Samstag fand im Frei-Zeit-Haus in der Pistoriusstraße die erste Weißenseeer Stadtteilwerkstatt statt. Mehr als 50 Einzelpersonen und Menschen aus verschiedenen Weißenseeer Initiativen trafen sich hier, um über Chancen und Probleme unseres Lebens im Stadtteil zu reflektieren und sich zu vernetzen. In Form eines „Open Space“ redeten so ca. 10 Gesprächsrunden über unterschiedliche Themen. Wir stellten dabei auch die Problematik rund um die Berliner Allee und unsere Initiative für einen Aktionstag am 15. Juni vor (siehe Foto der Abschlussrunde).
So konnten wir weitere Mitstreiter*innen für unsere Initiative gewinnen, die wir hoffentlich schon beim nächsten Koordinationstreffen am Mittwoch um 19:30 Uhr im Familienzentrum in der Mahlerstraße begrüßen können!

Jeanette Münch vom Büro für Bürgerbeteiligung stellt die Ergebnisse der Gesprächsrunden vor.

Initiative „Weißensee blüht!“ gestartet

Initiative „Weißensee blüht!“ gestartet

Am letzten Dienstag (19.2.) traf sich die Initiative „Weißensee blühlt!“ zum ersten mal in den Räumen des Familienzentrums in der Mahlerstraße. Rund zehn interessierte Weißenseer*innen berieten engagiert und voller Motivation darüber, wie wir Weißensee in der nächsten Vegetationsperiode zum blühen bringen können. Es wurden Ideen gesammelt und erste Verabredungen gemacht. Wir waren auch dabei.

Die Initiative sucht nun noch weitere Mitstreiter*innen und lädt alle zum nächsten Treffen am 19.3. um 19:00 Uhr ins Familienzentrum in die Mahlerstraße 4 ein.

Open Space: Grüne Woche? Von wegen!

Open Space: Grüne Woche? Von wegen!

Am Wochenende (12.- 13. Januar 2019) führte solar e.V. einen Open Space für Prima Klima in Weißensee durch, um zu diskutieren und auch kreative Ideen zu entwickeln, was getan werden kann, um unseren Protest gegen die Internationale Grüne Woche zu zeigen. Alljährlich findet die Internationale Grüne Woche in Berlin statt. Rund 400.000 Menschen besuchen die Ausstellung für Lebensmittel, Landwirtschaft und Gartenbauprodukte von Unternehmen aus der ganzen Welt.

Am Wochenende (12.- 13. Januar 2019) führte solar e.V. einen Open Space für Prima Klima in Weißensee durch, um zu diskutieren und auch kreative Ideen zu entwickeln, was getan werden kann, um unseren Protest gegen die Internationale Grüne Woche zu zeigen. Alljährlich findet die Internationale Grüne Woche in Berlin statt. Rund 400.000 Menschen besuchen die Ausstellung für Lebensmittel, Landwirtschaft und Gartenbauprodukte von Unternehmen aus der ganzen Welt.

Am Samstag haben wir mit kleinen Aktivitäten zum Kennenlernen begonnen. Es folgte eine Einführung zum Thema Ernährung, Landwirtschaft und ihre Auswirkungen auf den Klimawandel. Die Entwicklung des Open Space begann, mit einer Sammlung von Fragen und Themen, die für die IGW relevant sind, dann konnten alle Teilnehmer sich für ein Thema entscheiden und in einer Kleingruppe darüber austauschen. Einige der Themen waren z.B. „Greenwashing“, „Massentierhaltung“, „Deutsches Fleisch in alle Welt“. Auch der eingeladenen Aktiontrainer stellte sich vor, gab Anregungen für Aktionsformen und kreative Prozesse und bot seine Hilfe an. Nach dem Mittagessen bis zum Ende des Tages wurden von den Teilnehmern in mehreren Runden viele Handlungsideen zu den zuvor besprochenen Themen eingebracht. Dabei war der Wechsel zwischen den Arbeitsgruppen jederzeit möglich. Zudem gab es einen Raum mit Material und kleinem Buffett, um Pause zu machen, sich mit anderen dort zu vernetzen oder Kontakt mit dem Aktionstrainer aufzunehmen.

Am Sonntag stand die konkrete Aktionsplanung im Vordergrund und wir haben uns darauf konzentriert, Handlungsideen zu entwickeln und konkretisieren. Aus einer Vielzahl möglicher Handlungsvorschläge wurden dann in kleinen Gruppen etwa vier Ideen entwickelt. In allen Gruppen wurde – unter reger Konsultation des Aktionstrainers – ein Plan aufgestellt und es wurden einige organisatorische Aspekte diskutiert. Nach dem Mittagessen wurde jede Idee der gesamten Gruppe vorgestellt, mit dem Ziel, ein Feedback, Vorschläge und Empfehlungen zu geben. So endete der Open Space mit viele gemeinsamen Ideen, einem tieferem Wissen über einige wichtige Themen und mit der Begeisterung, einige Aktionsideen umzusetzen.

Besonders spannend empfanden viele Teilnehmende die Anwesenheit des Aktionstrainers Jörg, der eine Vielzahl von Erfahrungen aus kreativen politischen Aktionen, Demonstrationen und Direct-Aktion-Interventionen in ganz Deutschland einbrachte; er half der Gruppe, mehr über Aktionsplanung und –Entwicklung zu erfahren, zu motivieren und zu verstehen.

Unter dem Motto „Klimawandel ahoi!“ bereite eine Aktionsgruppe eine kreative Intervention der Firma „Gaier“ vor. Am 27. Februar war es dann so weit und die Aktivist*innen trafen sich ausstaffiert mit Kitteln, einem Bauchladen und lustig-informativen Flyern am S-Bahn-Hof der Messe, um in den Zügen der S-Bahn die neuesten Produkte von „Gaier“ in Zeiten des Klimawandels anzupreisen. Darf es eine Packung „Schweißegal-Zäpfchen“ sein, oder doch lieber die „Happy Hormons“, die „druch ihre speziell auf die Hormon- und Antibiotikakonzentration im Happy Meal Burger abgestimmte Wirkstoffkombination“ mittels „kleiner Helferlein in Sekundenschnelle die beim Genuss des Happy Meals aufgenommenen Hormone, Antikiotika und Pestizidrückstände“ absorbieren. Oder soll es doch besser die „Cool Down Cream“ sein, die verspricht nur noch die positiven Seiten der Rekordsommer genießen zu können. Das Hitzeempfinden bleibt dank „Cool Down Cream“ immer im angenehmen Bereich.

Informationsveranstaltung zur Straßenbahntangente Pankow-Heinersdorf-Weißensee

Wir waren für Euch am 7.11.2018 bei der Informations- und Beteiligungsveranstaltung zum Neubau der Straßenbahntangente zwischen Weißensee und Pankow (Verlängerung der Linien 27/12). Hier ein kurzer Bericht:

Die Beteiligung und das Interesse waren sehr groß. Es kamen ca. 250-300 Menschen zur Veranstaltung, die in der Max-Bill-OSZ-Schule in der Gustav Adolf-Straße 66 stattfand.

Es begrüßten uns Dr. Imke Steinmeyer, Leiterin des Referates Grundsatzangelegenheiten der Verkehrspolitik, Verkehrsentwicklungsplanung bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie Dr. Ursula Flecken von Planergemeinschaft für Stadt und Raum e.G.

Frau Flecken stellte den Ablauf vor und stellte ein paar einleitende Fragen an das Publikum. Dabei stellte sich heraus, dass viele Anwesende aus Heinersdorf und Pankow kamen, einige aus Weißensee und ein größerer Teil auch aus anderen Regionen. Etwa die Hälfte der Anwesenden bezeichneten sich als ÖPNV-Nutzer_innen.

Anschließend erläuterte Frau Steinmeyer den Auftrag zur Straßenbahnplanung, den Rahmen und Ablauf der Projektplanung und die Umsetzung. Darauf folgend erläuterte Herr Frank Schäfer von der Intraplan Consult GmbH den aktuellen Arbeitsstand der derzeitigen „Variantenbetrachtung“.

Ziel der Veranstaltung sollte es nun sein, die derzeit durch das Planungsbüro entwickelten Varanten für die Umsetzung der Straßenbahntangende den Bürger_innen vorzustellen, Fragen zu beantworten und Anregungen der Bürger_innen aufzunehmen, damit diese in die Erarbeitung einer „Realisierungsempfehlung“ des Büros mit einfließen können.

Entsprechend stellte Herr Schäfer den derzeitigen Planungsstand vor. Die Powerpoint dazu ist auf der Seite der Senatsverwaltung abrufbar. (https://www.berlin.de/senuvk/verkehr/politik_planung/oepnv/netzplanung/download/2018-11-05_Strassenbahn_Pankow.pdf)

Nun gab es die Möglichkeit für Rückfragen. Dabei stellten zahlreiche Anwensende Rückfragen zu Fragen, die die Planungen des zuzkünftigen Wohngebietes „Blankenburger Süden“ betrafen. Die Verwaltung und Planer stellten jedoch wiederholt klar, dass es an diesem Abend nur um die Straßenbahntangende gehen werde und die geplante Wohnbebauung des Blankenburger Südens sowie die Straßenbahnanbindung mit der M2 nicht Gegenstand dieses Abends sein könnten und sollten.

In der Fragerunde verwies Herr Schäfer auf die Schwierigkeiten der engen Verkehrsräume insbesondere in Heinersdorf. Man strebe aber durch das Projekt eine Verlagerungswirkung hin zum ÖPNV weg vom PKW-Verkehr an, antwortete Frau Seinmeyer auf eine Anfrage. Verläufiger Bewertungsstand der unterschiedlichen Varianten sei, dass die Varianten 1 und 2 nur geringe Chancen zur Verwirklichung haben, während die Varianten 3 bis 5 derzeit in der engeren Wahl seien. (Details zu den Varianten findet Ihr auf Seite 35 der Powerpoint)

Anschließend wurden die Anwesenden gebeten sich auf fünf sog. Dialoginseln aufzuteilen. Hier waren jeweils zwei Expert_innen anwesend, die die Detailplanung eines Planungsabschnitts erläuterten, auf Nachfragen versuchten zu antworten und Anregungen der Anwesenden sammelten. Alle Anregungen und Kritik wurden aufgenommen und auf Karten geschrieben und an Moderationstafeln gepinnt. Insgesamt wurden drei Runden an den Dialoginseln durchgeführt, so dass jede_r Anwesende die Möglichkeit hatte zu drei verschiedenen Abschnitten zu gehen.

Am Ende dieser drei Runden war die Zahl der Anwesenden stark geschrumpft und es gab noch eine Abschlussrunde in der zentrale Ergebnisse aus den Dialoginseln vorgestellt wurden. Die Planer versicherten, dass alle gesammelten Informationen in den weiteren Planungsprozess einfließen werden.

Zum Ende wurde darauf verwiesen, dass weitere Informationen auf der Internetseite der Senatsverwaltung abrufbar sein sollen und noch bis zum 21. November auch schriftlich weiteren Anregungen online (https://mein.berlin.de/projects/strassenbahntangente-pankow/) auf der Beteiligungsplattform des Landes Berlin und auch postalisch an die

Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, IV A 2-7, Am Köllnischen Park 3, 10179 Berlin gerichtet werden können.

Wir werden die Entwicklungen der Planungen weiter verfolgen und Euch auf dem aktuellen Stand halten und uns weiter in den Planungsprozess einmischen – macht mit…